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Wann ist ein Produkt nachhaltig?

3 Minuten Lesezeit
Wann ist ein Produkt nachhaltig

Wann ist ein Produkt nachhaltig?

Nachhaltigkeit ist ein in letzter Zeit oft gehörter Begriff – ein Modebegriff. Doch gerade, was Mode, Kleidung und Textilien anbelangt, lässt sich Nachhaltigkeit so gut umsetzen! Doch wann ist ein Produkt überhaupt nachhaltig?



Nachhaltigkeit setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • Ökonomie
  • Ökologie
  • soziale Aspekte

Nachhaltige Produkte beschränken sich also nicht nur darauf, einen möglichst geringen CO2 Fußabdruck zu produzieren, sondern auch langfristige Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen und existenzsichernden Löhnen zu schaffen.

Diese Art von Produkten zu identifizieren ist alles andere als leicht. Mittlerweile gibt es einen Dschungel an Siegeln, die Nachhaltigkeit versprechen aber unter Umständen nicht alle drei Komponenten der Nachhaltigkeit abdecken.

Damit du selber in der Lage bist, die Qualität eines Siegels einzuordnen und zu erkennen, ob ein Produkt Nachhaltig ist wollen wir dir hier die drei Komponenten der Nachhaltigkeit genauer vorstellen.

Ökonomie

Aus Herstellersicht bedeutet Ökonomie, eine möglichst ausgewogene Mitte zwischen erfolgreichem Wirtschaften und fairem Handel zu finden. Langlebige, hochwertige Produkte zu produzieren und damit den Spagat zwischen Umweltbewusstsein und bezahlbaren Preisen zu schaffen, ist ein Aspekt, auf den informierte Kundinnen Wert legen.

Arbeitsbedingungen

Salzgewinnung in Vietnam

Soziale Gerechtigkeit durch angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen – nicht nur bei eigenen Mitarbeitern, sondern möglichst auch bei sämtlichen Zulieferern – sowie die Sicherung der Lebensgrundlage nachfolgender Generationen sind wesentliche Merkmale nachhaltig handelnder Firmen.

Nachhaltiges Wirtschaften verlangt von den Unternehmen soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen und diese mit finanziellem Ertrag zu kombinieren. Kein Bekleidungshersteller wäre in der Lage, am Markt zu bestehen und Arbeitsplätze zu sichern, ließe er den unternehmerischen Erfolg außer Acht.

Nachhaltige Ökonomie heißt aber auch: Rohstoffe bewusst und effizient einzusetzen, gesundheits- oder umweltschädliche Komponenten zu vermeiden. Kreatives fortschrittliches um die Ecke denken ist nötig: Arbeitsprozesse werden stets optimiert und umgestellt.

Herausforderungen gibt es reichlich: Die Produktion von Chemiefasern verbraucht Unmengen an nicht erneuerbaren Rohstoffen. Aber auch der Anbau, die Verarbeitung und schließlich die Veredelung von Naturfasern führt zu hoher Umweltbelastung: Baumwollanbau bedarf des Einsatzes von Pestiziden, Jeans wird häufig unter immensem Wasserverbrauch hergestellt.

Positiv ist: Es gibt mittlerweile etliche Hersteller, die bereits mit Alternativen im Produktionsprozess arbeiten und somit mehr und mehr die Zustimmung der Kundinnen finden.

Ökologie

Fragst du dich, wo dein Shirt herkommt? Wie die Arbeitsbedingungen in den Fabriken sind? Vielleicht lehnst du billige Massenware bereits ab, doch auch hochpreisige Ware kann unter ökologisch fragwürdigen Umständen hergestellt worden sein. Umweltfreundliche Herstellung bezieht sich auf den Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie einwandfreier Färbetechniken und Nachbehandlung.

umweltzerstoerung

Häufig werden bei der Produktion von Produkten irreparable Schäden an der Natur angerichtet.

Besonders die Textilveredelung – jener Prozess, welcher sich an die Herstellung anschließt und Ihre Jacke wasserfest, die Bluse knitterfrei und die Hose strapazierfähig macht -, verursacht Emissionen, die den CO2-Ausstoß erhöhen und somit den Klimawandel beschleunigen.

Doch auch hier sind Fortschritte zu erkennen: Erste Regenbekleidung wird anstelle von Chemikalien wie PFC mit Bienenwachs imprägniert und so wasserfest gemacht.

Und dann: Welche Transportwege sind nötig, um Ihre Bluse aus Asien bis in die heimische Boutique zu befördern? Ist Versandhandel wirklich der richtige Weg, um ökologisch sinnvoll zu shoppen? Überlege, wie viele Schritte nötig sind, um ein Kleidungsstück nicht nur herzustellen, sondern auch in unsere Läden zu bringen.

Hier sind Firmen, die in Europa produzieren klar im Nachhaltigkeit-Vorteil, da ihre Produkte nicht erst vom anderen Ende der Welt in unsere Läden gebracht werden müssen.

soziale Aspekte

Nachhaltige Produktion hat enormen Einfluss auf die Lebensbedingungen der am Produktionsprozess beteiligten Menschen. Wir alle können unser Verhalten überprüfen und dafür sorgen, dass Arbeitsbedingungen verbessert und Armuts- und Gesundheitsrisiken minimiert werden, dass umweltfreundliche, Ressourcen schonende Herstellungsprozesse favorisiert werden und dass alternative Techniken in den Vordergrund rücken.

Zu sozialer Nachhaltigkeit gehört aber auch Rücksicht auf zukünftige Generationen zu nehmen. Das beinhaltet vor allem keine Änderungen an unserem Planeten vorzunehmen, die nicht wieder Rückgängig gemacht werden können.

Das bedeutet auch zu vermeiden, dass sogenannte Kipppunkte erreicht werden, die eine Umkehr zum Ursprungszustand unmöglich machen. Das betrifft unter anderem:

  • Abholzung des Regenwalds
  • Schmelzen von Gletschern und arktischer Eiskappen
  • Anstieg des Meeresspiegels

Fazit

Wir sehen also, Nachhaltigkeit ist eine recht komplexe Angelegenheit. Die Vielzahl an Kriterien und damit verbundenen Siegeln mach die Auswahl nachhaltiger Produkte äußerst schwierig.

Auf unserer Seite über Siegel findest du eine Übersicht über verschiedene Siegel, die dir helfen soll einen Überblick in Dschungel der Siegel zu bekommen, damit du die Frage „Wann ist ein Produkt nachhaltig“ in Zukunft leicht beantworten kannst.
Denn: Das eigene Konsumverhalten zu überprüfen, ist ein erster Schritt.

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