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Nachhaltig Wäsche waschen: So geht’s

4 Minuten Lesezeit

Nachaltig Wäsche Waschen: Mit diesen Tipps ganz einfach

Wäschewaschen in der Maschine verbraucht nicht nur Strom sondern belastet auch die Umwelt. Mit jedem Waschgang gelangen Chemikalien ins Grundwasser. Mit diesen Tipps kannst du deine Wäsche nachhaltig waschen.



Umwelt- und Gesundheitsgefahren durch Wäschewaschen

In den letzten 20 Jahren hat sich die Umweltverträglichkeit unserer Waschmittel erheblich verbessert. Der Anteil der enthaltenen Schadstoffe konnte etwa um die Hälfte reduziert werden.

Trotzdem sind z.B. Tenside noch immer ein Problem. Nach aktueller Rechtslage müssen Tenside und tensinhaltige Stoffe innerhalb von 28 Tagen zu mindestens 80 % biologisch abbaubar sein.

Waschpulver ist Flüssigwaschmittel vorzuziehen

Das „biologisch abbaubar“ bezieht sich aber nur auf den Primärabbau, also den Verlust der waschaktiven Eigenschaften, nicht aber auf den Endabbau. Ökologisch unbedenkliche Tenside gibt es bis heute nicht.

Neben vielen weiteren Schadstoffen, wie den Allergien auslösenden synthetischen Duftstoffen, sind wir heute zusätzlich mit einem weiteren Problem konfrontiert: Mikroplastik-Teilchen.

Diese sind nicht nur in Industrieabfällen enthalten, sondern z.B. auch in Weichspülern. Die mikroskopisch kleinen Teilchen passieren ungehindert unsere Kläranlagen und kontaminieren unser Trinkwasser.

Gefährlich sind sie deshalb, weil sie Bakterien und krebserregende Substanzen transportieren und sogar in unsere Zellen eindringen können. Wusstest Du das?

Wie kannst Du beim waschen die Umwelt entlasten?

Nachhaltiges Waschen beginnt bereits mit der Auswahl einer energiesparenden Waschmaschine.

Eine neue Waschmaschine sollte heute der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ entsprechen.

Auch die Größe der Waschtrommel sollte im Vorfeld sorgfältig abgewägt werden. Zu kleine Trommel führt zu häufigeren Waschgängen und verschlechtert dadurch die Umweltbilanz der Maschine. Bei einer zu großen Trommel hingegen wird die Maschine häufig nicht vollbeladen.

Tipp: Die Trommel ist dann richtig beladen, wenn noch ca. Eine Handbreit Platz im Inneren ist.

Auch das Schleudern wirkt sich auf die Umweltbilanz deiner Waschmaschine aus. So sollte die Wäsche möglichst stark geschleudert werden (bis zu 1.400 U/min sind heute kein Problem für eine moderne Maschine), damit sie nicht im Trockner oder durch Heizungsluft getrocknet werden muss.

Wäsche am besten an der frischen Luft trocknen

Umweltfreundlich waschen

Die wirksamste Möglichkeit ist die Häufigkeit der Waschgänge zu reduzieren. Nicht jedes Kleidungsstück muss nachdem es einmal getragen wurde gleich gewaschen werden.

Vor allem Kleidung aus natürlicher Wolle nimmt im Vergleich zur Kunstfaser deutlich später Gerüche an und kann so häufiger getragen werden.

Ein weiterer Nachteil von Kunstfasern: Beim waschen synthetischer Kleidung entsteht gewässerbelastender Mikroplastik-Müll, der früher oder später in den Ozeanen landet und über die Nahrungsklette auch in unsere Körper gelangt.

Beim Waschen gilt: Verzichte auf Weichspüler und verwende nach Möglichkeit auch nur Waschpulver. Es ist ergiebiger und weniger tensidhaltig.

Vor allem Hochkonzentrate lassen sich sehr sparsam einsetzen. Und, eine Vorwäsche ist in aller Regel auch unnötig.

Auch bei der Temperatur lässt sich einiges Bewirken. In den meisten Fällen ist eine Wassertemperatur von 30° völlig ausreichend. Nur bei Starken Verschmutzungen oder mit Krankheitserregern kontaminierten Kleidungsstücken und Handtüchern sollte eine höhere Temperatur eingestellt werden.

Achte beim Waschmittel auf Bio- bzw. Öko-Siegel

Ecover-Produkte werden häufig empfohlen und bekommen gute Bewertungen für Nachhaltigkeit.

Das belgische Unternehmen Ecover ist einer der führenden Hersteller von ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln. Verwendet werden nur biologische Stoffe, keine Mikroplastik und auch keine Duftstoffe oder optische Aufheller.

Ecover stand aber auch schon in der Kritik wegen beabsichtigter Anwendung synthetischer Biologie (Erschaffung neuer biologischer Systeme, die in der Natur nicht vorkommen).

Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind nur Wasch- und Reinigungsmittel vertrauenswürdig, die mit dem „Blauen Engel“ oder der „Euro-Blume“ gekennzeichnet sind. Alle andere Label werden ausdrücklich nicht empfohlen.

Waschmittel-Alternativen

Es muss nicht immer das Waschmittel aus dem Laden sein. In der Natur gibt es wirksame Helfer, die eine echte Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln sein können:

Kernseife

Mit Kernseife lässt sich auch Wäsche waschen

Eine umweltschonende und kostengünstige Alternative ist Kernseife. Mit ihr kannst du in wenigen Handgriffen dein Waschmittel selbst herstellen. Wie das geht erfährst du hier waschmittel aus kernseife – Besser leben ohne Plastik

Achte beim Kauf aber auf die Inhaltsstoffe, auf dermatologische sowie auf das DAAB-Siegel. Diese bürgen für ein hohes Maß an Umwelt- und Allergikerfreundlichkeit.

Waschnüsse

Nahhaltiger gehts kaum: Ein Waschmittel, das auf Bäumen wächst. Die Schalen der vor allem in Indien und Pakistan beheimateten Waschnuss sind geeignet für alle Textilien, 30° C bis 95° C.

1 kg indische Waschnüsse ist für unter 20 Euro zu haben und ausreichend für ca. 330 Waschmaschinenladungen.

Du solltest aber wissen, dass aufgrund der erhöhten Nachfrage der Preis für Waschnüsse merklich gestiegen ist. In den Heimatländern der Waschnuss greift die Bevölkerung deshalb wieder verstärkt auf chemische Mittel zurück.

Waschmittel selbst herstellen

Nicht nur mit Kernseife, auch mit Kastanien lässt sich ein nachhaltiges Waschmittel selbst herstellen.

Du brauchst für eine Maschinenladung Buntwäsche vier bis acht Rosskastanien. Diese mit einem Messer vierteln oder mit einem Hammer zerkleinern. Zusammen mit 300 ml warmes Wasser in ein verschließbares Glas geben und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag mit einem Sieb die Kastanien vom Sud trennen. Fertig.

Für Weißwäsche musst Du vor Herstellung des Sudes die braunen Kastanienschalen entfernen.

Fazit: Nachhaltig Waschen

Für viele sind die alternativen zu chemischen Waschmitteln noch sehr abstrakt, ist man doch von Klein auf mit Ariel und Co. aufgewachsen.

Häufig nagen auch Zweifel an der Wirksamkeit von selbst gemachten Waschmitteln.

In Anbetracht der Vorteile für die Umwelt und der geringen kosten solltet ihr den Waschmittel Alternativen aber mal eine Chance geben.

Es muss auch nicht jede Wäsche mit nachhaltigem Waschmittel gewaschen werden. Bei starken Verschmutzungen kann zur Not auch auf ein herkömmliches Mittel zurückgegriffen werden.

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