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Was ist Fast Fashion?

5 Minuten Lesezeit
Fast Fashion

Wird Mode durch Fast Fashion immer schneller zu Müll?

Fast Fashion ist ein Trend, der im 21. Jahrhundert zunehmend an Popularität gewonnen hat.



Die Definition von Fast Fashion

Fast Fashion ist ein Modedesign- und Produktionsmodell, das sich auf schnelle Produktion, schnelleren Durchlauf und meist billigere Preise für Kleidung und Schuhe konzentriert. Es wird durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Modehändlern und den Modeschöpfern ermöglicht.

Fakten zu Fast Fashion

Der Ursprung von Fast Fashion liegt im Jahr 1920, als die ersten Massenproduktionslinien in den USA eingerichtet wurden. Diese revolutionierten die Textilindustrie und stellten sicher, dass eine neue Produktionsart eingeführt wurde, die schnellere Produktionszyklen ermöglichte.

Die Einführung neuer Technologien, darunter 3D-Druck, Laser- und Maschinenstickerei, 3D-Gestaltung und roboterbasierte Fertigung, hat die Produktionskosten für Modeunternehmen weiter verringert. Dies hat es den Unternehmen ermöglicht, mehr Kollektionen in kürzerer Zeit zu produzieren.

Anfang der 2000er Jahre erkannten einige Modehändler wie Zara und H&M, dass sie ihre Produktionszyklen so anpassen müssen, dass sie den sich ständig ändernden Trends entsprechen. Seitdem ist der Begriff der Fast Fashion zu einem gängigen Begriff geworden, der sich auf schnell produzierte Mode im Massenmarkt bezieht.

Im Jahr 2014 wurden laut Greenpeace mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Diese werden aber nur noch halb so lange getragen wie vor dem Boom der Fast Fashion Konzerne.

Was sind die Nachteile von Fast Fashion?

Der erste Nachteil ist die schlechte Qualität der Kleidung. Fast Fashion-Kleidung wird schnell hergestellt und ist daher meist nicht gut verarbeitet, um Kosten zu sparen. Dies kann dazu führen, dass die Kleidung schnell ausleiert und nur eine begrenzte Lebensdauer hat.

Der zweite Nachteil ist ebenfalls mit der Herstellung verbunden. Um Kosten zu sparen, verwenden Fast-Fashion-Unternehmen billige Materialien und schlechte Arbeitsbedingungen.

Der dritte Nachteil ist die Verschwendung. Fast Fashion-Unternehmen produzieren viel mehr Kleidung als nötig, um den ständig wechselnden Trends zu folgen. Dies führt dazu, dass viel mehr Kleidung produziert wird, als nötig ist, und dass viel mehr Kleidung in die Müllhalden geworfen wird, als jemals verkauft wird.

Welche Auswirkungen hat Fast Fashion auf die Umweltverschmutzung?

Fast Fashion hat viele negative Auswirkungen auf die Umwelt. Zum einen werden billige und schlechte Materialien verwendet, die schwer biologisch abbaubar sind und die ökologischen Systeme zerstören. Zum anderen ist die Kleidungsproduktion aufgrund der schnellen Produktzyklen energieintensiv, wodurch mehr Treibhausgase freigesetzt werden.

Auch die Auslieferung von Kleidung hat Auswirkungen auf die Umweltverschmutzung, da eine Menge Treibstoff für den Transport benötigt wird. Darüber hinaus werden die meisten Fast-Fashion-Kleidungsstücke nur einmal getragen, bevor sie weggeworfen werden, was zu noch mehr Müll und Müllhalden führt.

Gibt es Kinderarbeit bei Fast Fashion?

Leider gibt es bei Fast Fashion auch Kinderarbeit. Fast Fashion-Unternehmen zahlen oft sehr niedrige Löhne und stellen daher viele billige Arbeiter ein, darunter auch Kinder. Diese Kinder werden oft unter den schlechtesten Arbeitsbedingungen ausgebeutet und leiden an schweren gesundheitlichen Problemen.

Um Kinderarbeit zu verhindern, müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Arbeiter angemessen bezahlt und gut behandelt werden. Solange sie dies nicht tun, werden Unternehmen weiterhin Kinderarbeit einsetzen, um Kosten zu sparen.

Giftstoffe in der Mode

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat immer wieder auf die Misstände in der Fast Fashion Welt aufmerksam gemacht. Sie kritisieren unter anderem dass Mode zu Müll verkommt.

Außerdem kritisieren sie den Modehändler SHEIN für Giftstoffe in der Kleidung. Mit mehr als 9.000 neuen Artikeln pro Tag ist SHEIN einer der extremsten Fast Fashion Unternehmen.

Die Vorteile von Fast Fashion

Immer mehr Auswahl durch Fast Fashion

Immer mehr Auswahl durch Fast Fashion

Fast Fashion hat zumindest für die Konsumenten auch Vorteile, die es zur bevorzugten Wahl für viele Modehäuser und junge Menschen machen:

Der größte Vorteil ist der Preis. Weil die Mode in Massenproduktion hergestellt wird, ist der Preis viel niedriger als bei traditioneller Mode. Dadurch können sich auch Menschen, die sich keine teure Kleidung leisten können, den neuesten Trends anschließen.

Vielfalt: Fast Fashion hat eine breite Palette an Optionen für jeden Geschmack. So können Kunden eine große Auswahl an Stilen und Größen erhalten.

Marken, die auf Fast Fashion setzen

Einige der Marken, die häufig im Zusammenhang mit Fast Fashion genannt werden, sind:

Zara

Zara ist eine der bekanntesten Modeketten der Fast-Fashion-Branche. Es ist ein spanisches Unternehmen, das erschwingliche, aber trendige Mode für die breite Masse produziert.

H&M

Das schwedische Unternehmen H&M ist ein weiteres bekanntes Unternehmen der Fast-Fashion-Branche.

ASOS

ASOS ist ein weiterer bekannter Fast-Fashion-Anbieter. Es ist eine britische Modekette, die sich auf die online Vermarktung von trendiger Mode spezialisiert hat. Es hat eine breite Palette von Produkten, die von der breiten Masse gekauft werden können. Die Zeitung The Atlantic wirft ASOS sogar „Ultra-Fast Fashion“ vor.

Als weitere Anbieter von Fast Fashion werden auch die Ketten Primark, PrettyLittleThing und Shein genannt.

Slow Fahsion: das Gegenteil von schneller Mode

Als Gegenbewegung zu Fast Fashion etabliert seit den 2000ern die Slow Fashion-Bewegung. Slow Fashion ist ein Ansatz, der den Fokus auf eine qualitativ hochwertige, langlebige und ökologisch bewusste Mode legt. In einer sehenwerten Dokumentation hat arte den Trend 2021 vorgestellt.

Im Gegensatz zu schnelllebigen Trends der Fast Fashion werden bei Slow Fashion-Kollektionen ethische und nachhaltige Überlegungen berücksichtigt, wie z.B. die Verwendung nachhaltiger Materialien und die Erfüllung verschiedener Arbeits- und Umweltstandards. Sie versucht, Mode in einem langsameren, nachhaltigeren Tempo zu produzieren und zu konsumieren.

Slow Fashion kann als ein Weckruf für die Modeindustrie angesehen werden, um ein Gleichgewicht zwischen schnellem Konsum und nachhaltigem Produktionsprozess herzustellen. Es ist eine Reaktion auf die schnelle, wegwerfbare Mode der Fast Fashion, die dazu neigt, ökologischen und sozialen Standards und Vorschriften zu vernachlässigen und unsere Ressourcen zu verschwenden. Slow Fashion versucht, diese Ungerechtigkeiten zu beheben, indem es die Bedeutung von Qualität, Haltbarkeit und Nachhaltigkeit betont.

Slow Fashion kann eine effektive Möglichkeit sein, um unseren Konsum von modischen Artikeln nachhaltiger zu gestalten. Es ist jedoch wichtig, sich auch hier über den Herstellungsprozess und die Materialien, die bei der Herstellung verwendet werden, bewusst zu werden. Hier besteht die Gefahr von Greenwashing.

Recycling und Second Hand

Viele Fast Fashion-Unternehmen haben mittlerweile Programme eingerichtet, in denen Kunden alte Kleidung zurückgeben können, um sie zu recyceln. Dies bedeutet, dass die alten Kleidungsstücke in neue Kleidungsstücke umgewandelt werden können, um sie wiederzuverwenden.

Eine andere Möglichkeit Fast Fahion zu konsumieren, ohne deren Nachteile ist, Second-Hand-Kleidung zu kaufen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren.

Fazit

Insgesamt ist Fast Fashion ein komplexes Thema, das sowohl Vorteile als auch Nachteile hat. Es bietet eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, dem aktuellen Modetrend zu folgen, aber es kann auch zu einer Verschwendung von Ressourcen und zu schlechten Arbeitsbedingungen führen. Daher ist es wichtig, dass Konsumenten bewusst einkaufen und sich über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen informieren.

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