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Was ist nachhaltiger: Lokal oder online Shoppen ?

3 Minuten Lesezeit

Bei der Frage online oder lokal einkaufen scheiden sich schon seit mehreren Jahren die Geister. Es wird bemängelt, dass die Fach- und Einzelhändler, aber mittlerweile auch große Kaufhäuser Umsatzprobleme haben, da viele Menschen vermehrt online einkaufen. Andererseits wird online Shoppen als sehr unkompliziert und schnell betitelt.

In diesem Artikel wird jedoch ein ganz anderer Aspekt dieser Diskussion behandelt. Welche der beiden Alternativen ist eigentlich nachhaltiger?



Emissionen beim lokal Einkaufen

Nach wie vor beliebt: Stationärer Einzelhandel

Die Ursachen der Emissionen eines lokalen Geschäfts sind relativ offensichtlich.

Zum einen werden Ladenlokale ganzjährlich klimatisiert und beleuchtet, was zu hohem Stromverbrauch und somit auch den damit verbundenen Emissionen führt. Außerdem wird in den meisten Fällen, außer es handelt sich um eine Manufaktur, die Ware zu erst per Lkw angeliefert, bevor der Händler sie zum Verkauf anbieten kann. Dazu kommt, dass viele Kunden mit dem Auto einkaufen fahren. Was nach wenig Ursachen aussieht, führt jedoch zu einer erheblichen Menge Schadstoffausstoß.

62% der Kunden im Stationären Einzelhandel kommen mit dem Auto.

Hier haben Menschen, die in einem Ballungsraum leben einen Vorteil, sie können mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad Einkäufe erledigen. Menschen in ländlichen Gebieten haben oft keine andere Wahl auf Versandhandel oder das Auto zurückzugreifen. Wie schlägt sich also der Online-Handel in Sachen CO2-Emmissionen?

Emissionen beim online-Handel

Auf den ersten Blick wäre das Einzige, was beim Online-Shoppen Emissionen mit sich bringen könnte der Stromverbrauch des Gerätes, mit dem bestellt wird. Hierbei wäre der Ausstoß sicherlich nicht sonderlich groß. Jedoch vergessen viele, dass das Paket auch per Lkw ausgeliefert werden muss und wenn niemand zu Hause ist, fährt der Lieferant mindestens zur nächsten Abholstation. Oft wird am nächsten Tag auch nochmals versucht, die Ware zuzustellen.

Beim Online Shopping werden viele Pakete zurückgeschickt

Jedoch gibt es bei der Zustellung noch weitere Gründe für eine erhöhte Emissionsbilanz. Beispielsweise führt taggleicher- oder Expressversand dazu, dass unterschiedliche Ware nicht zusammengeführt werden kann und somit die Lkw oft nicht voll beladen sind. Aufgrund dessen sind mehr Fahrten für die gleiche Anzahl an Lieferungen nötig. Die gleiche Folge hat auch, dass die Ware in den meisten Fällen luftiger als nötig verpackt wird.

Es könnten bei Reduzierung der Luft in den Paketen erheblich mehr Lieferungen mit einer Lkw-Ladung verfrachtet werden. Ein weiterer Punkt ist, dass viele Verbraucher vor einem Onlinekauf in den Laden fahren, um die Ware an- oder auszuprobieren oder auch um sich beraten zu lassen. Am stärksten wird die Nachhaltigkeit des Online-Handels jedoch davon belastet, dass im Durchschnitt jede zehnte Lieferung (im Modebereich sogar jede zweite) vom Kunden zurückgesendet wird, was logischerweise zu doppelter Schadstoffbelastung führt, also statt “nur” 500 Gramm CO2-Emissionen erhält man für EINE Lieferung nun CO2-Emissionen von einem Kilogramm.

800.000 Pakete werden täglich in Deutschland zurückgeschickt. Das verursacht einen CO2-Ausstoß von 400 Tonnen. (Quelle)

Schätzungen zur Folge werden allein in Deutschland jedes Jahr eine viertel Million Pakete zurückgeschickt.

Klimaneutraler Versand: Lösung oder nur Greenwashing?

Viele Logistikunternhemen werben damit, ihre Pakete klimaneutral zu versenden. Bei diesem Verspreche muss jedoch zwischen zwei Modellen unterschieden werden:

  • Vermeiden von CO2-Emissionen – Das ist der Königsweg, hierbei wird darauf geachtet, dass beim Versand keine CO2-Emissionen anfallen. Dabei muss jedoch auf CO2 erzeugende Transportmittel verzichtet werden.

  • Ausgleichen von CO2-Emissionen – Hierbei wird das entstandene CO2 durch Unterstützung von Wiederaufforstungen oder ähnlichem ausgeglichen. Von der Effizienz dieser Maßnahmen hängt ab, wie „grün” der Versand tatsächlich ist.

Die Option des klimaneutralen Versands ist also besser als nichts, auch wenn die meisten Logistikunternehmen (noch) nicht in der Lage sehen Pakete ohne CO2-Emissionen zu versenden.

Fazit

Welche der beiden Shopping-Varianten besser für unser Klima und damit nachhaltiger ist lässt sich pauschal nicht sagen. Entscheidend ist letztendlich das persönliche Einkaufsverhalten jedes einzelnen wer seine Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt, trägt einen großen Teil zum Schutz der Umwelt bei.

Wer jedoch für seine Einkäufe weite Strecken mit dem Auto zurücklegen muss hat einen ökologischen Nachteil gegenüber dem Versandhandel, der mit einer Lieferung mehrere Haushalte bedienen kann.

Wer der Umwelt einen Gefallen tun will entscheidet also von Fall zu Fall und achtet darauf nicht zu viele Rücksendungen zu produzieren.

6 Tipps für ökologischeres Online Shopping

  1. Vermeide Rücksendungen
  2. Kaufe Dinge des täglichen Bedarfs lokal
  3. Nutze den Weg zur oder von der Arbeit zum Einkaufen
  4. Lass deine Pakete an Adressen schicken, wo jemand das Paket für dich annehmen kann, solltest du nicht zuhause sein (Paket Shops, Packstationen)
  5. Im Laden anprobieren und online kaufen schadet der Umwelt doppelt
  6. Erstelle dir eine Liste mit Produkten die du Einkaufen willst und bestelle nicht alles einzeln – Vorfreude ist schließlich die schönste Freude.

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